Kapitel 1: Das Zusammentreffen

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Hochsommer im Jahre 361 nach dem langen Krieg. Einem Örtchen im Westen des Kaiserreichs Erdal geht es gut denn die Ernten waren bisher schon üppig. Die Stimmung in Wickelbach ist freundlich und ausgelassen - wären da nur nicht die Vorfälle vor den Mauern: Ein dunkles Wesen aus dem Wald scheint das Vieh der Bauern zu reißen. Der Marktschreier hat am heutigen Mittag bekannt gegeben, dass der Bürgermeister eine Belohnung auf das Erlegen dieses Getiers ausgesetzt hat. Ebenso wird dem Helden oder der Heldin ein Schatz aus der Schatzkammer von Wickelbach übergeben.

Der Andrang bei Jäger Gilfried, dem Leiter des Ortsansässigen Jagdclubs, der für die Protokollierung der Freiwilligen zuständig war, hielt sich jedoch in Grenzen. Tatsächlich wurden nur drei tapfere Personen registriert: Der Steinriese und Wanderer Ischbin Mypok, die Berufsberaterin Nadja Nuddich Räddich Raddich und das schüchterne Mädchen Mikkääaa.

Einige Anwohner hatten die Personen schon davor im Ort bemerkt. Der Steinriese Mypok hatte erst an diesem Vormittag die Ortsmauern passiert und ist durch das Händlerviertel gelaufen. Eine Spektakel. Er machte sich direkt zu Anfang Freunde bei der Stadtwache und hielt sich auch gut mit zwei Ton-Topfhändlern: Einer von ihnen schenkte ihm sogar einen. Die "Berufsberaterin" Nuddich war schon eine ganze Weile im Ort - jeder hier kannte sie. Sie bevorzugt die Gesellschaft von Reichen Männern und vor allem Geschäftsleuten. Man könnte schon meinen sie wäre an deren Geld interessiert. Zumindest ist kein Mann von Wickelbach schlecht auf sie zu sprechen - deren Frauen aber oftmals schon. Mikkeah, die letzte im Bunde, scheint den meisten im Ort jedoch vollkommen unbekannt zu sein. Manch eine behauptet, sie schonmal auf der Stadtmauer oder auf den Dächern verschiedener Viertel gesehen zu haben. Niemand weiß, wer sie wirklich ist. Manche reden davon, dass sie die vermisste Tochter eines hohen Hauses aus der Nähe sei. Die meisten streiten dies aber ab.

Nachdem die drei tapferen Held_innen die einzige dokumentierte Jagdgruppe sind, habe ich mich dazu entschlossen sie im geheimen zu verfolgen und ihre Taten aufzuschreiben. Wer weiß: Schon viele Heldengeschichten haben mit einer recht nüchternen kleinen Erzählung aus der Feder eines unbekannten Barden begonnen. Der Jäger erzählte mir, dass das Tier wohl nur Nachts zuschlägt - die drei würden sich also noch ein bisschen Zeit lassen um sich vorzubereiten.

Und das taten sie auch: sie besuchten einen Tierhändler, der mit exotischen Wesen und Pflanzen sein Geld verdiente. Danach besuchten sie noch Kovaks Kuriositäten. Ein düsteres und zwielichtes Geschäft, wenn man mich nach meiner Meinung fragen würde. Sie verweilten ziemlich lange dort drin und verließen das Haus mit vollen Taschen. Ich vermute, sie haben dort Tränke gekauft um sich zu schützen oder jemandem anderen zu schaden.