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aus dem Buch

schwarmdumm – Gunter Dueck

Ich lernte etwas über Erstklassigkeit und was diese ausmacht. Über Zielsetzung, Motivation und Informationsasymmetrie. Zusätzlich viel über das Managen von Freiwilligen.

Gunter Dueck erzählt von wahren Gegebenheiten in Meetings. Dort versammeln sich Abteilungsleiter oder Manager, um für ihr Aufgabengebiet maximale Bereicherung herauszuholen. Gleichzeitig werden ihnen Ziele vorgegeben, die sie überhaupt nicht erreichen können. Kurzfristige Entscheidungen, um das Quatalsziel noch zu erreichen müssen getroffen werden. Es kommt zur schwarmdummheit.

First Class

Das Buch zeigte mir, dass es zwei Arten von Menschen gibt. Es gibt Erstklassige und Zweitklassige. „Erstklassige wollen mit gleichen Erstklassiges schaffen. Sie erkennen erstklassiges. Zweitklassige wollen nicht von jemanden besseres übertrumpft werden und arbeiten deshalb mit drittklassigen zusammen.“ (Seite 132)

‚Stelle die Leute ein, die First-Class-Haltung haben, und bringe ihnen dann bei, was sie bei ihrem Job können müssen!‘ Im Amerikanischen sagt man: ‚Hire for attitude, train for skills.‘

schwarmdumm – Gunter Dueck (Seite 134)

Ich finde daran viel Wahrheit. Es gibt ein paar Menschen, die ich bisher getroffen habe, die erstklassig sind. Und seit ich diese Passage von Gunter Dueck gelesen habe, möchte ich mich erstklassig verhalten.

Für Erstklassige ist Erfolg, „dass es verwirklicht wird.“ (Seite 135) Dabei spielt es erst mal keine Rolle wie und mit wem. Deshalb teile ich mein Wissen auch stets mit jedem. Und deshalb ist auch dieser Blog entstanden.

Erstklassige Lösungen sind genial einfach.

Die Einfachheitskurve von OIivia Mitchel
Die Einfachheitskurve von OIivia Mitchel (Seite 17)

Das Wesen der Schwarmdummheit

Seite 290:

  • Wir setzen uns hohe First-Class-Ziele, die wir nie erreichen können
  • Wir haben als Schwarm keinen Schimmer von First Class
  • Wir versuchen es mit harter Arbeit statt mit smarter
  • Wir überlasten uns so sehr, dass alles im Chaos arbeitet
  • Wir kämpfen wie Street Smarts um das Überleben im Dschungel
  • Wir streiten und kämpfen nun gegeneinander
  • Wir werden unfair und opportunistisch bis hin zum Betrug
  • Wir beschäftigen ungeheuer viele Book Smarts zum eindämmen des Opportunismus
  • Wir verlieren immer mehr den Blick aufs Ganz

Zu hohe Ziele

Unter zu hohen Zielen arbeiten wir sofort viel, anstatt uns bessere Strategien auszudenken. Diese Überlastung führt schließlich zu Fehlern, Terminverschiebungen und Ärger. Dadurch wird die Arbeitsmenge nur noch mehr – Eine Spirale sozusagen.

Deshalb sollen wir uns nur zu 85% auslasten. Nur dann bleibt Zeit für Verbesserungen, Weiterentwicklung und ganzheitliche Betrachtungen. (Seite 54)

Informationsasymetrie

Das Konzept ist aus einem Aufsatz von Geroge A. Akerlof „The Market of Lemons“. Darin beschreibt er das Konzept von Informationsasymmetrie. Es geht darum, dass zwei Partein jeweils eine unterschiedliche Menge an Informationen zu einem bestimmten Thema hat.

Daraus ergibt sich ein Problem für den Einzelhandel. Als Käufer können wir uns nie sicher sein, dass der Verkäufer uns die Wahrheit sagt, oder uns einfach nur etwas verkaufen will. Wenn nun der Markt diesen Informationsvorsprung opportunistisch nutzt, um niedrige Qualität zum niedrigsten Preis anbietet, kommt es zu einer „Todesspirale“ (Seite 106). Käufer riskieren eine „Lemon“ (schlechtes Produkt zum schlechten Preis) zu kaufen.

Um die Informationsasymmetrie vorzubeugen, informieren wir uns als Käufer und vertrauen den Verkäufern nicht mehr. Die beiden Intelligenzen des Ver- und Käufers richten sich Gegeneinander und enden in einer riesen Gesamtdummheit. Das verdrängt die ehrlichen Unternehmen. (Seite 106)

Die Frage, die ich mir dann stellte ist, ob es uns an Grundvertrauen gegenüber den anderen Menschen mangelt. Oder ist es Egoismus, dass ich mit mehr Wissen den anderen ausstechen will?

Witzigerweise vertraue ich Menschen mehr, die sich Fehler zugestehen. Ganz im Sinne von Ehrlichkeit. Niemand kann alles Wissen. Wenn wir aber vorgeben, alles zu wissen, dann geben wir auch nur vor Erstklassig zu sein.

Vier Menschenarten nach Cipolla

Aus Carlo M. Cipolla: Die Prinzipien der menschlichen Dummheit (kurze Satire). In schwarmdumm auf Seite 307.

  • Intelligente: Ihre Taten nutzen anderen und sich selbst.
  • Unbedarfte: Ihre Taten nutzen andere, ihnen selbst aber nicht.
  • Banditen: Ihre Taten nutzen ihnen, aber auf Kosten anderer.
  • Dumme: Ihre Taten schaden andere, ohne ihnen selbst zu nutzen.

Wetteifer vs. Wettkampf

Schwarmintelligenz entsteht durch das sehnende Streben nach einem gemeinsamen Ziel.

Wetteifer:

  • Will sich messen, um besser zu werden
  • Will wissen, wie gut man ist
  • Enthält die Sehnsucht nach der Meisterschaft, nach Arete, nach First Class
  • Erfüllt das ganze Herz

Wettkampf:

  • Will etwas gewinnen
  • Regelt, wie viel wer gewinnt
  • Konkret auf die Jetzt-Situation fokussiert

Management der Freiwilligen

Ein Unternehmen muss wie ein Zusammenschluss von Freiwilligen geführt werden. Freiwillige kommen aus eigenen Stücken, um etwas zu bewegen oder um irgendwo zu helfen. Sie setzen sich hohe Ziele, sind aber nicht gezwungen sie zu erreichen. Sie wollen nicht unter Druck arbeiten. Opportunisten haben keinen Platz unter Freiwilligen.

Ich träume von Managern, die ihre Mitarbeiter wie Freiwillige führen und zu First-Class-Leistungen bringen.

schwarmdumm – Gunter Dueck (Seite 324)

Das ist gerade als Pfadfinder für die Jugendarbeit interessant. Wie motiviere ich Jugendliche etwas zu tuen, worauf sie eigentlich gar kein Bock haben, obwohl sie freiwillig hier sind.

Ich denke die Grundmotivation entspringt einem Zugehörigkeitsgefühl. Der Pfadfinderbewegung fühle ich mich zugehörig und habe deshalb ein Art Pflichtgefühl. Dieses Zugehörigkeitsgefühl entspringt einer gemeinsamen Vision, oder einem gemeinsamen Purpose.

Deswegen ziehe ich da parallelen zu Big Five for Life. Dort geht es auch um sinnstiftende Arbeit und um Motivation, um die „Trockenphase“ zu überstehen.

Meine Pfadfinderkollegen und ich arbeiten teilweise Wochenlang auf einem Lager. Da kommen manchmal die Frage nach dem Wieso auf. Doch letztendlich vergeht sie immer wieder, weil die Arbeit auf dem Lager für etwas größeres steht.

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